Crocus City Hall: Wie Russland die Ukraine für einen IS-Anschlag beschuldigte
Kreml-Lüge
Der Terroranschlag auf die «Crocus City Hall» (März 2024) wurde von der Ukraine organisiert oder unter ihrer Beteiligung. Westliche Geheimdienste, die vor der Bedrohung gewarnt hatten, sind Mittäter
Fakten
Der IS (Islamischer Staat) übernahm die Verantwortung und lieferte Videobeweise. Die russische Ermittlung fand keine Verbindung zur Ukraine. Die USA hatten Russland im Voraus vor der Terrorbedrohung gewarnt — Putin ignorierte die Warnung
Was geschah
Am 22. März 2024 stürmten vier bewaffnete Männer die Konzerthalle «Crocus City Hall» in Krasnogorsk (Moskauer Oblast) und eröffneten das Feuer auf die Zuschauer. Danach setzten sie das Gebäude in Brand.
- 145 Tote, über 500 Verletzte
- Der tödlichste Terroranschlag in Russland seit Beslan (2004)
Wer ist verantwortlich
IS
Der Islamische Staat (ISIS-K, afghanische Fraktion):
- Übernahm die Verantwortung innerhalb von Stunden
- Veröffentlichte Videos der Angreifer während des Anschlags (von ihnen selbst aufgenommen)
- Der Anschlag entspricht der Handschrift des IS — Massentötung an einem öffentlichen Ort
Festgenommene
Alle vier Angreifer wurden festgenommen — Staatsbürger Tadschikistans. Keiner hatte Verbindungen zur Ukraine.
Warnungen, die Putin ignorierte
Am 7. März 2024 — 15 Tage vor dem Anschlag — veröffentlichte die US-Botschaft in Moskau eine Warnung:
«Die Botschaft verfolgt Berichte, wonach Extremisten einen Anschlag auf große Versammlungen in Moskau planen, einschließlich Konzerten»
Am 19. März — 3 Tage vor dem Anschlag — verspottete Putin öffentlich diese Warnungen und nannte sie «provokativ» und «Erpressung».
Wie Russland die Ukraine beschuldigte
Trotz des Bekenntnisses des IS begannen die Kreml-Medien sofort, den Verdacht umzulenken:
- Putin behauptete, die Angreifer seien «in Richtung Ukraine geflohen» (nicht bestätigt)
- Das Staatsfernsehen diskutierte stundenlang die «ukrainische Spur»
- Die Festgenommenen wurden vor laufender Kamera gefoltert — einem wurde ein Ohr abgeschnitten — und Geständnisse über eine «Verbindung zur Ukraine» erpresst
Ergebnis: Laut Umfragen glaubten über 50% der Russen an die «ukrainische Spur» — trotz des IS-Bekenntnisses und fehlender Beweise.
Das Ermittlungskomitee der RF hat keinerlei Beweise für eine Beteiligung der Ukraine vorgelegt.
Wozu braucht Russland dieses Narrativ
- Versagen der Geheimdienste vertuschen — der FSB ignorierte die Warnungen
- Eskalation gegen die Ukraine rechtfertigen
- Ablenkung von Misserfolgen an der Front
- Das Narrativ von der «Ukraine als Terrorist» aufrechterhalten
Fazit
Crocus City Hall ist ein IS-Terroranschlag, für den Russland die Ukraine verantwortlich zu machen versucht. Putin ignorierte eine direkte Warnung der USA, und nach der Tragödie nutzte er die Toten für Propaganda — statt das Versagen der eigenen Geheimdienste einzugestehen.
Quellen
- SITE Intelligence Group «ISIS Claims Moscow Concert Hall Attack» (2024)
- U.S. Embassy Moscow «Security Alert: Avoid Large Gatherings» (2024)
- BBC «Moscow concert hall attack: What we know» (2024)
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