Vollinvasion 2022 — Aggression, keine «Verteidigungsoperation»

Zeitraum: Gegenwart Veröffentlicht: January 5, 2026
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Kreml-Lüge

Russland war gezwungen, eine «Spezielle Militäroperation» zum Schutz der russischsprachigen Bevölkerung des Donbas vor einem «Völkermord» und zur Abwendung der NATO-Bedrohung zu starten

Fakten

Am 24. Februar 2022 begann Russland einen unprovozierten Angriffskrieg gegen einen souveränen Staat. Es gab keinen «Völkermord» im Donbas, und die NATO bedrohte Russland nicht

Was geschah am 24. Februar 2022?

Um 5:00 Uhr morgens Kiewer Zeit begann Russland eine Vollinvasion in die Ukraine aus drei Richtungen:

  • Norden — vom Territorium Belarus auf Kyjiw (mit dem Ziel, die Hauptstadt in 3 Tagen einzunehmen)
  • Osten — vom Donbas tief in die Gebiete Luhansk und Donezk
  • Süden — von der Krim auf Cherson, Saporischschja und Mariupol

In den ersten Stunden:

  • Raketen und Bomben trafen Flugplätze, Militärbasen und zivile Infrastruktur in der gesamten Ukraine
  • Russische Truppen landeten Fallschirmjäger auf dem Flugplatz Hostomel bei Kyjiw — ein Versuch, einen Brückenkopf für den schnellen Transport von Verstärkung zu errichten
  • Angegriffen wurden Charkiw, Mariupol, Odessa, Sumy, Tschernihiw — Städte weit entfernt vom Donbas

Dies war keine «Schutzoperation im Donbas» — es war ein Angriff auf die gesamte Ukraine mit dem Ziel, ihre Staatlichkeit zu vernichten.

Widerlegung jeder Rechtfertigung

«Völkermord im Donbas»

Russland behauptete, es führe eine Operation zur «Verhinderung eines Völkermords» an der russischsprachigen Bevölkerung des Donbas durch.

Fakten:

  • Der Internationale Gerichtshof (IGH) ordnete am 16. März 2022 an, dass Russland sofort die Kampfhandlungen einstellen solle, und stellte fest, dass Russland keine Beweise für einen «Völkermord» vorgelegt hatte
  • Die UN-Menschenrechtsbeobachtermission (OHCHR) arbeitete seit 2014 im Donbas und stellte kein einziges Mal Anzeichen eines Völkermords fest
  • Von 2018 bis 2021 ging die Zahl ziviler Opfer im Donbas stetig zurück — von 55 Toten 2018 auf 25 im Jahr 2021
  • Die meisten zivilen Opfer im Donbas verursachte gerade Russland — insbesondere den Abschuss von MH17 (298 Tote) und den Beschuss von Städten

«NATO-Bedrohung»

Detailliert widerlegt im NATO-Artikel, aber kurz:

  • Die Ukraine war kein NATO-Mitglied und hatte keine klaren Beitrittsperspektiven
  • Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis, das Russland kein einziges Mal angegriffen hat
  • Russland besitzt Atomwaffen — kein Staat bedroht ein Land mit Atomwaffenarsenal
  • Der wahre Grund — Putins Unwille, eine demokratische Ukraine zu sehen, die ein lebender Gegenbeweis zur These von der «Unvereinbarkeit» slawischer Völker mit der Demokratie ist

«Entnazifizierung»

Detailliert in einem eigenen Artikel widerlegt. Kurz: In der Ukraine gibt es einen jüdischen Präsidenten, die Rechtsextremen haben 2,15% Unterstützung — weniger als in jedem großen europäischen Land.

Ausmaß der Tragödie

Menschliche Verluste

Nach Angaben verschiedener Quellen (Stand Anfang 2025):

  • Zivile Opfer (von der UN bestätigt): über 11.000 Tote, über 22.000 Verwundete (die tatsächlichen Zahlen sind deutlich höher)
  • Militärische Verluste der Ukraine: Zehntausende Tote
  • Militärische Verluste Russlands: nach Schätzungen westlicher Geheimdienste über 300.000 Tote und Verwundete
  • Flüchtlinge: über 6 Millionen Ukrainer sind ins Ausland gegangen, weitere 5 Millionen sind Binnenvertriebene

Zerstörung

  • Mariupol — eine Stadt mit 450.000 Einwohnern, praktisch vollständig zerstört. Die Tragödie des Theaters (9. März 2022) — Bombardierung eines Schutzraums mit über 1.000 Zivilisten (darunter Kinder), die Aufschrift «KINDER» war vom Satelliten sichtbar
  • Butscha, Irpin, Hostomel — Massenmorde an Zivilisten während der Besatzung (Februar–März 2022). In Butscha wurden Hunderte Leichen von Zivilisten mit gefesselten Händen und Hinrichtungsspuren gefunden
  • Kachowka-Staudamm — am 6. Juni 2023 gesprengt, was eine Umweltkatastrophe und die Überflutung Dutzender Ortschaften verursachte
  • Energieinfrastruktur — systematischer Beschuss von Kraftwerken, Wärmekraftwerken und Stromleitungen während der Winter 2022–2023 und 2023–2024

Verbrechen an Kindern

Am 17. März 2023 erließ der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) einen Haftbefehl gegen Wladimir Putin für:

  • Illegale Deportation ukrainischer Kinder nach Russland
  • Laut ukrainischen Angaben wurden über 19.000 Kinder deportiert
  • Kinder wurden zwangsweise von russischen Familien adoptiert, ihre Namen und Staatsbürgerschaft geändert
  • Dies wird als Kriegsverbrechen und potenziell als Völkermord qualifiziert (zwangsweise Überführung von Kindern einer Gruppe in eine andere — ein Merkmal des Völkermordes gemäß der UN-Konvention)

Internationale Reaktion

UN-Generalversammlung

Am 2. März 2022 — Resolution ES-11/1 «Aggression gegen die Ukraine»:

  • 141 Länder — für die Verurteilung der Aggression
  • 5 Länder — dagegen (Russland, Belarus, Syrien, Nordkorea, Eritrea)
  • 35 Länder — enthielten sich

Die Liste der Länder, die Russland unterstützten, spricht für sich: Diktaturen und internationale Parias.

Internationaler Gerichtshof (IGH)

Am 16. März 2022 — Anordnung an Russland, sofort die Kampfhandlungen einzustellen. Russland ignorierte die Entscheidung des höchsten Rechtsorgans der UN.

Internationaler Strafgerichtshof (IStGH)

  • Haftbefehl gegen Putin (2023) — der erste Fall eines Haftbefehls gegen den Führer einer Atommacht und eines ständigen Mitglieds des UN-Sicherheitsrates
  • Untersuchte Verbrechen: Deportation von Kindern, Angriffe auf zivile Infrastruktur, Ermordung von Zivilisten

Der ukrainische Sieg bei Kyjiw

Eines der wichtigsten Ereignisse der frühen Kriegsphase — das Scheitern des Angriffs auf Kyjiw:

  • Russland plante, Kyjiw in 3 Tagen einzunehmen und eine Marionettenregierung einzusetzen
  • Die ukrainischen Streitkräfte, die Territorialverteidigung und gewöhnliche Bürger leisteten Widerstand
  • Schlacht um Hostomel — ukrainische Fallschirmjäger vernichteten die Vorhut des russischen Luftlandetrupps
  • Schlacht um Kyjiw (Februar–März 2022) — Russland erlitt schwere Verluste
  • Anfang April 2022 — Russland zog sich von Kyjiw zurück und hinterließ das zerstörte Butscha, Irpin, Hostomel und Hunderte Zivilistenleichen

Das Scheitern des «Blitzkriegs» auf Kyjiw beweist: Die Ukraine wollte sich nicht ergeben und wird sich nicht ergeben.

Was wirklich hinter der Invasion steckt

Die Analyse der Aussagen Putins und seiner Umgebung gibt eine klare Antwort auf die wahren Motive:

  1. Putin (12. Juli 2021, Essay): «Russen und Ukrainer sind ein Volk, ein einziges Ganzes»
  2. Putin (21. Februar 2022, Rede): «Die Ukraine ist nicht nur ein Nachbarland… sie ist ein untrennbarer Teil unserer eigenen Geschichte»
  3. Medwedew (Oktober 2022): «Für uns ist die Ukraine ein Teil Russlands»
  4. Timofej Sergejzew (RIA Nowosti, April 2022, Artikel «Was Russland mit der Ukraine tun sollte»): rief offen zur Vernichtung der ukrainischen Identität auf, zur «Entukrainisierung», zur «Umerziehung» der ukrainischen Bevölkerung

Diese Aussagen handeln nicht von der NATO, nicht vom Donbas, nicht von «Nazis». Sie handeln von der Leugnung der bloßen Existenz der ukrainischen Nation. Die Vollinvasion ist der Versuch, die Ukraine als Staat und als Idee zu vernichten.

Fazit

Der 24. Februar 2022 ist keine «Spezielle Militäroperation» und keine «Verteidigungsreaktion». Es ist der größte Krieg in Europa seit 1945, entfesselt von einer Atommacht gegen ein benachbartes demokratisches Land. Es ist Aggression gegen die Souveränität, gegen das Völkerrecht, gegen den Willen von 44 Millionen Menschen.

141 Länder der Welt haben dies anerkannt. Der Internationale Gerichtshof hat dies anerkannt. Der Internationale Strafgerichtshof hat einen Haftbefehl gegen Putin erlassen. Die Geschichte hat ihr Urteil bereits gefällt.

Quellen

  1. International Court of Justice «Allegations of Genocide (Ukraine v. Russian Federation)» (2022)
  2. International Criminal Court «ICC Arrest Warrant for Vladimir Putin» (2023)
  3. UN General Assembly «Resolution ES-11/1 — Aggression against Ukraine» (2022)
  4. OHCHR «Report on the human rights situation in Ukraine» (2024)
  5. Plokhy S. «The Russo-Ukrainian War» (2023) — W.W. Norton
  6. Stoner K., McFaul M. «Russia Resurrected: Its Power and Purpose in a New Global Order» (2024) — Oxford University Press

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