Der Molotow-Ribbentrop-Pakt: Wie UdSSR und Nazis Europa gemeinsam angriffen

Zeitraum: Sowjetzeit Veröffentlicht: January 11, 2026
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Kreml-Lüge

Die UdSSR trat in den Zweiten Weltkrieg ausschließlich als Verteidiger gegen die Nazi-Aggression ein. Der Pakt mit Hitler war ein erzwungener Schritt, um Zeit zu gewinnen

Fakten

Die UdSSR und Nazi-Deutschland teilten Europa freiwillig untereinander auf, griffen Polen gemeinsam an, und die UdSSR versorgte Hitler bis zum 22. Juni 1941 mit strategischen Ressourcen. 'Zeit kaufen' ist ein Mythos: Stalin ignorierte Dutzende Warnungen vor dem Angriff

Map of the Molotov-Ribbentrop Pact secret protocol territorial division of Europe
The secret protocol of the Molotov-Ribbentrop Pact (1939) — dividing Eastern Europe between Nazi Germany and the USSR Wikimedia Commons

Was der Pakt war

23. August 1939 — die Außenminister der UdSSR (Molotow) und Nazi-Deutschlands (Ribbentrop) unterzeichneten in Moskau einen Nichtangriffspakt.

Das entscheidende Element war jedoch das geheime Zusatzprotokoll, das Osteuropa in „Einflusssphären” aufteilte:

Sphäre der UdSSR: Finnland, Estland, Lettland, Litauen (später), Ostpolen (Westukraine und Weißrussland), Bessarabien (Moldawien)

Sphäre Deutschlands: Westpolen, Litauen (anfangs)

Zwei totalitäre Regime einigten sich darauf, Europa untereinander aufzuteilen.

Folgen

Gemeinsamer Angriff auf Polen

  • 1. September 1939 — Deutschland griff Polen an (Beginn des Zweiten Weltkriegs)
  • 17. September 1939 — die UdSSR griff Polen von Osten an
  • Polen wurde von zwei Aggressoren gleichzeitig vernichtet
  • 22. September 1939 — gemeinsame sowjetisch-deutsche Parade in Brest (Weißrussland): Guderian und Kriwoschin nahmen die Parade gemeinsam ab

Ressourcenlieferungen an Hitler

Nach Unterzeichnung des Pakts versorgte die UdSSR Deutschland aktiv mit strategischen Ressourcen:

  • Erdöl — für Panzer und Flugzeuge der Wehrmacht
  • Getreide — für Armee und Bevölkerung
  • Metalle — für die Rüstungsindustrie
  • Kautschuk — über sowjetisches Territorium aus Asien

Diese Lieferungen dauerten bis zum 22. Juni 1941 — dem Tag, an dem Deutschland die UdSSR angriff. Die letzten Züge mit sowjetischen Ressourcen überquerten die Grenze nur Stunden vor Beginn der Invasion.

Besetzung und Annexion

Die UdSSR nutzte den Pakt und:

  • Besetzte Westukraine und Weißrussland (September 1939)
  • Griff Finnland an (Winterkrieg, November 1939)
  • Besetzte und annektierte Estland, Lettland, Litauen (Juni 1940)
  • Besetzte Bessarabien und die Nordbukowina (Juni 1940)

Repressionen in den besetzten Gebieten

In der besetzten Westukraine startete der NKWD sofort Massenrepressionen:

  • Verhaftungen und Deportationen von „Klassenfeiden” — Intellektuelle, Priester, Offiziere
  • Das Massaker von Katyn (April 1940) — die Erschießung von 22.000 polnischen Offizieren — die UdSSR schob diese Tat jahrzehntelang den Nazis in die Schuhe

„Zeit kaufen” — Ein Mythos

Die russische Propaganda behauptet: „Stalin unterzeichnete den Pakt, um Zeit zur Kriegsvorbereitung zu kaufen.”

Widerlegt:

  • Stalin ignorierte Dutzende Geheimdienstmeldungen über Hitlers Angriff
  • Die Armee war am 22. Juni 1941 nicht kampfbereit — gerade weil Stalin an den Pakt glaubte
  • Die ersten Kriegsmonate waren eine Katastrophe: Millionen Gefangene, Verlust enormer Gebiete
  • Die „erkaufte Zeit” wurde nicht für Verteidigungsvorbereitungen genutzt, sondern für die Besetzung der Nachbarländer

Fazit

Der Molotow-Ribbentrop-Pakt war ein Bündnis zweier totalitärer Regime, die Europa gemeinsam angriffen und unter sich aufteilten. Die UdSSR war ein Mitangreifer im Zweiten Weltkrieg — gemeinsam mit Nazi-Deutschland. Das war kein „erzwungener Schritt” — es war eine bewusste Entscheidung für territoriale Expansion auf Kosten der Nachbarn.

Quellen

  1. Moorhouse R. «The Devils' Alliance: Hitler's Pact with Stalin, 1939–1941» (2014) — Basic Books
  2. Snyder T. «Bloodlands: Europe Between Hitler and Stalin» (2010) — Basic Books
  3. Roberts G. «Stalin's Wars: From World War to Cold War, 1939–1953» (2006) — Yale University Press

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