«Der Westen kämpft bis zum letzten Ukrainer»: der Stellvertreterkrieg-Mythos
Kreml-Lüge
Die Ukraine ist nur ein Werkzeug des Westens im Kampf gegen Russland. Die USA und die NATO kämpfen «bis zum letzten Ukrainer» und benutzen sie als Kanonenfutter
Fakten
Die Ukraine verteidigt ihre Unabhängigkeit aus eigenem Willen. Über 80 % der Ukrainer unterstützen die Verteidigung ihres Landes. Westliche Hilfe ermöglicht der Ukraine, der Aggression zu widerstehen
Das Narrativ
Der Kreml (und einige westliche Politiker) behaupten:
- Die Ukraine sei eine westliche «Marionette», die für fremde Interessen kämpft
- Die USA «benutzen» die Ukrainer, um Russland zu schwächen
- Ohne westlichen Druck hätte sich die Ukraine längst ergeben
- Westliche Waffen «verlängern das Leid», statt zu helfen
Ziel: Sowohl westliches als auch ukrainisches Publikum davon zu überzeugen, dass weitere Hilfe = weitere Tötungen bedeutet.
Was die Ukrainer selbst sagen
Umfragen
KIIS (Kiewer Internationales Institut für Soziologie), 2023–2024:
- 87 % der Ukrainer meinen, die Ukraine solle den bewaffneten Widerstand fortsetzen
- 78 % sind gegen jegliche territoriale Zugeständnisse
- Weniger als 10 % unterstützen eine Kapitulation unter allen Bedingungen
Rating Group, 2024:
- 83 % glauben an den Sieg
- 57 % vertrauen Selenskyj
- Die Unterstützung für die Fortsetzung des Kampfes bleibt auch nach über 2 Jahren Krieg stabil hoch
Freiwillige
Von den ersten Tagen der Invasion an traten Hunderttausende Ukrainer freiwillig den Streitkräften, der Territorialverteidigung und Freiwilligenorganisationen bei. Schlangen vor Rekrutierungszentren sind kein «westlicher Zwang».
Warum dies kein «Stellvertreterkrieg» ist
Ein Stellvertreterkrieg bedeutet, dass ein Staat anstelle eines anderen für fremde Interessen kämpft.
Die Ukraine:
- Kämpft für ihre eigene Existenz als unabhängiger Staat
- Verteidigt ihr eigenes Territorium, ihre Städte, ihre Bürger
- Entschied sich eigenständig zum Widerstand — noch bevor die westliche Hilfe im großen Umfang eintraf
- Hielt in den ersten Wochen praktisch ohne schwere westliche Waffen die Stellung
Zum Vergleich, tatsächliche Stellvertreterkriege:
- Korea (1950–1953) — Nordkorea kämpfte für sowjetische und chinesische Interessen
- Vietnam — Nordvietnam erhielt sowjetische Waffen für den «Revolutionsexport»
- Afghanistan (1979–1989) — die Mudschaheddin wurden von den USA unterstützt, um die UdSSR zu schwächen
Der Unterschied: Die Ukraine wählt ihren eigenen Weg — wie 1991 (Referendum), 2004 (Orange Revolution), 2014 (Euromaidan).
Die Alternative: was ohne Hilfe geschieht
Wenn der Westen die Hilfe einstellt:
- Russland wird die gesamte Ukraine (oder den Großteil) einnehmen
- Millionen Ukrainer werden unter Besatzung leben (Butscha, Isjum zeigen, was das bedeutet)
- Der Flüchtlingsstrom nach Europa wird sich vervielfachen
- Russland erhält einen Präzedenzfall: Aggression lohnt sich
- Nächste Ziele: Moldau, Georgien, das Baltikum
«Hilfe verlängert den Krieg» ist wie zu sagen, ein Feuerlöscher verlängere den Brand.
Fazit
Das Narrativ vom «Krieg bis zum letzten Ukrainer» ist eine Waffe gegen westliche Unterstützung. Sein Ziel: den Westen dazu zu bringen, die Hilfe einzustellen, damit Russland die Zerstörung der Ukraine vollenden kann. Ukrainer kämpfen für sich selbst, für ihr Land, für ihre Zukunft — und sie selbst bitten um Hilfe.
Quellen
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