Das Referendum von 1991 — Ukraines legitime Unabhängigkeit

Zeitraum: Unabhängigkeit Veröffentlicht: December 15, 2025
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Kreml-Lüge

Die Unabhängigkeit der Ukraine 1991 war ein 'Zufall', das Ergebnis einer Elite-Verschwörung, und das Volk wollte eigentlich in der Union mit Russland bleiben

Fakten

Am 1. Dezember 1991 stimmten 90,32 % der Ukrainer für die Unabhängigkeit bei einer Wahlbeteiligung von 84,18 %. In JEDER Region, einschließlich Krim und Donbas, stimmte eine Mehrheit mit JA

Map showing results of the 1991 Ukrainian independence referendum by region
December 1, 1991 referendum results — 90.32% voted for independence in every region, including Crimea (54.19%) and Donbas. Russia itself recognized the result Wikimedia Commons

Worum geht es bei diesem Mythos?

Putin und die russische Propaganda behaupten, der Zerfall der UdSSR sei „die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts” gewesen und die ukrainische Unabhängigkeit sei ein „historischer Fehler”. Sie implizieren, das ukrainische Volk habe keine Unabhängigkeit gewollt, und die Entscheidung sei von „Eliten” oder unter dem Einfluss „äußerer Kräfte” getroffen worden.

Dieser Mythos wird durch einen der eindeutigsten demokratischen Willensbekundungen der Geschichte widerlegt.

Das gesamtukrainische Referendum vom 1. Dezember 1991

Die Frage

Der Stimmzettel enthielt eine klare Frage:

„Bestätigen Sie die Unabhängigkeitserklärung der Ukraine?”

Gesamtergebnis

IndikatorWert
Anzahl der Wähler37.885.555
Teilgenommen31.891.742 (84,18 %)
„JA” (für Unabhängigkeit)28.804.071 (90,32 %)
„NEIN”2.417.554 (7,58 %)
Ungültige Stimmzettel670.117 (2,10 %)

90,32 % für die Unabhängigkeit — ein Ergebnis, um das jede Demokratie beneiden würde. Zum Vergleich:

  • Brexit (2016) — 51,9 %
  • Schottische Unabhängigkeit (2014) — 44,7 % (abgelehnt)
  • Krim-„Anschluss” an Russland (2014, gefälschtes „Referendum”) — angeblich 96,77 %

Ergebnisse nach Regionen

Die entscheidende Tatsache: In JEDER Region stimmte eine Mehrheit mit „JA”, einschließlich derer, die Russland als „seine eigenen” betrachtet:

Westukraine (über 95 %):

  • Oblast Ternopil — 98,67 %
  • Iwano-Frankiwsk — 98,42 %
  • Lwiw — 97,46 %

Zentralukraine (über 90 %):

  • Oblast Kyiv — 95,52 %
  • Poltawa — 94,93 %

Ostukraine (über 80 %):

  • Charkiw — 86,33 %
  • Donezk — 83,90 %
  • Luhansk — 83,86 %

Süden (über 85 %):

  • Odessa — 85,38 %

Krim:

  • Krim ASSR — 54,19 %
  • Sewastopol — 57,07 %

Sogar auf der Krim und in Sewastopol stimmte die Mehrheit für die ukrainische Unabhängigkeit! Die Zahlen lassen keinen Raum für Spekulationen über eine „aufgezwungene” Unabhängigkeit.

Internationale Anerkennung

Nach dem Referendum wurde die Ukraine schnell anerkannt:

  • 2. Dezember 1991Kanada und Polen (erste unter den großen Staaten)
  • 5. DezemberRussland (Jelzin anerkannte die ukrainische Unabhängigkeit!)
  • 25. DezemberVereinigte Staaten

Russland erkannte Ukraines Unabhängigkeit auf Basis der Referendumsergebnisse an. Das bedeutet, dass Russland selbst die Legitimität der demokratischen Abstimmung bestätigt hat.

Warum Putin das Referendum nicht anerkennen will

Für Putin bedeutet die Anerkennung der Legitimität des ukrainischen Referendums von 1991, anzuerkennen, dass:

  1. Die Ukrainer ein eigenes Volk sind, das einer unabhängigen demokratischen Entscheidung fähig ist
  2. Die Unabhängigkeit eine bewusste Wahl war, keine „Zufälligkeit”
  3. Sogar auf der Krim und im Donbas wählte die Mehrheit die Ukraine
  4. Russland selbst diese Wahl 1991 anerkannte
  5. Jede Verletzung der ukrainischen Grenzen ist eine Verletzung des Volkswillens

Deshalb versucht die russische Propaganda, das Referendum entweder kleinzureden oder gänzlich zu ignorieren. Aber Zahlen sind hartnäckige Dinge: 90,32 % ist ein Volkswille, der sich nicht fälschen oder leugnen lässt.

Quellen

  1. Wilson A. «The Ukrainians: Unexpected Nation» (2002) — Yale University Press
  2. Plokhy S. «The Last Empire: The Final Days of the Soviet Union» (2014) — Basic Books
  3. Zentrale Wahlkommission der Ukraine «Ergebnisse des gesamtukrainischen Referendums vom 1. Dezember 1991» (1991)

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