„Die Ukraine beschießt sich selbst": das absurdeste Kreml-Narrativ

Zeitraum: Gegenwart Veröffentlicht: January 31, 2026
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Kreml-Lüge

Angriffe auf Charkiw, Odessa, Dnipro und andere Städte sind ukrainische Provokationen oder 'Selbstbeschuss'. Die Ukraine trifft ihre eigenen Zivilisten, um Russland die Schuld zu geben

Fakten

Jeder Einschlag wird durch Munitionstyp, Flugbahn, Satellitendaten und Trümmer identifiziert. Russland verwendet Kalibr, Kh-101, Kh-22, Iskander-Raketen, gelenkte Bomben und iranische Shaheds — Waffen, die die Ukraine nicht besitzt

Die Logik des Narrativs

Jedes Mal, wenn eine russische Rakete ein ukrainisches Zivil­ziel trifft, wiederholen Kreml-Medien eine von zwei Behauptungen:

  1. „Es war eine ukrainische Luftabwehrrakete” — angeblich sei eine abgeschossene Rakete auf die Stadt gefallen
  2. „Die Ukraine hat sich selbst beschossen” — absichtlich, um „Russland die Schuld zu geben” und mehr Waffen vom Westen zu erhalten

Warum das absurd ist

Munitionsidentifizierung

Nach jedem Einschlag verbleiben Trümmer am Ort, die eine genaue Identifizierung des Raketentyps ermöglichen:

  • Kh-101/Kh-555 — ein strategischer luft­gestützter Marsch­flug­körper. Existiert nur in Russland
  • Kalibr — ein seegestützter Marsch­flug­körper. Existiert nur in Russland
  • Iskander — eine ballistische Rakete. Existiert nur in Russland
  • Kh-22/Kh-32 — eine Anti-Schiffs-Rakete, umgerüstet für Bodenangriffe. Existiert nur in Russland
  • KAB (gelenkter Luftbomber) — existiert nur in Russland (die Ukraine hat keine Flugzeuge, die sie abwerfen könnten)
  • Shahed-136 (Geran-2) — eine iranische Kamikaze-Drohne. Die Ukraine produziert und besitzt diese nicht

Keiner dieser Waffentypen existiert in den Streitkräften der Ukraine.

Flugbahn

  • Luftabwehrsysteme erfassen die Richtung und Flugbahn jeder Rakete
  • Raketen kommen aus russischem Gebiet, dem Schwarzen Meer oder dem russischen Luftraum
  • Strategische Bomber Tu-95MS, die Kh-101-Raketen abfeuern, wurden beim Abflug von russischen Stützpunkten aufgezeichnet

Elementare Logik

Wenn die Ukraine „sich selbst beschießt” — warum:

  • Bittet die Ukraine den Westen um Luftabwehrsysteme (Patriot, NASAMS, IRIS-T)?
  • Werden knappe Luftabwehrraketen verbraucht, um „eigene” Raketen abzuschießen?
  • Berichtet Selenskyj jede Nacht über Angriffe und bittet um Hilfe?
  • Fallen „Selbstangriffe” immer mit bestätigten russischen Raketenabschüssen zusammen?

Die Geschichte dieses Narrativs

Russland hat diese Methode bereits früher eingesetzt:

  • Tschetschenien, 1999 — Wohn­gebäude-Explosionen in Moskau wurden „Tschetschenen angelastet” (obwohl FSB-Agenten in Rjasan beim Legen einer Bombe erwischt wurden)
  • Donbas, 2014–2022 — jeder Beschuss aus Richtung der „DVR/LVR” wurde als „Ukraine beschießt ihr eigenes Volk” dargestellt
  • MH17, 2014 — Russland kreierte Dutzende Versionen (ukrainische Rakete, ukrainisches Flugzeug, innere Explosion) — außer der wahren (russischer Buk)
  • Syrien, 2015–heute — Angriffe auf Krankenhäuser wurden als „Terroristenprovokationen” dargestellt

Fazit

„Die Ukraine beschießt sich selbst” ist ein Narrativ für Menschen, die keine Fragen stellen. Jeder Einschlag wird durch den Munitionstyp (den die Ukraine nicht besitzt), die Flugbahn (aus russischem Gebiet) und Satellitendaten identifiziert. Das ist keine Debatte — es ist dokumentierte Realität.

Quellen

  1. Conflict Armament Research «Weapons of the War in Ukraine» (2023)
  2. Bellingcat «Mapping and documenting Russian strikes in Ukraine» (2023)
  3. OHCHR «Ukraine: civilian casualty update» (2024)

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