„Westliche Waffen werden auf dem Schwarzmarkt verkauft": eine bis zum Kreml zurückverfolgte Lüge

Zeitraum: Gegenwart Veröffentlicht: February 3, 2026
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Kreml-Lüge

Die von der Ukraine vom Westen gelieferten Waffen landen massenhaft auf dem Schwarzmarkt — bei mexikanischen Kartellen, Terroristen und Kriminellen in aller Welt

Fakten

Der Bericht der Global Initiative Against Transnational Organized Crime (2024) verzeichnet null bestätigte Fälle von Waffenschmuggel aus der Ukraine. 'Angebote' aus dem Darknet wurden zu prorussischen Telegram-Kanälen zurückverfolgt

Der Mythos

„Die Waffen, die der Westen der Ukraine liefert, fließen massenhaft auf den Schwarzmarkt — zu mexikanischen Kartellen, Terroristen und Verbrechergruppen. Jeder Javelin, jedes HIMARS könnte in den Händen von Terroristen landen.”

Dieses Narrativ wird nicht nur von Kreml-Medien aktiv verbreitet, sondern auch von einigen westlichen Politikern und Bloggern.

Die Fakten

Null bestätigte Fälle

Der Bericht der Global Initiative Against Transnational Organized Crime (Juni 2024) — der renommiertesten internationalen Organisation zur Überwachung des illegalen Waffenhandels:

Kein einziger bestätigter Fall von Schmuggel westlicher Waffen aus der Ukraine wurde festgestellt.

Gefälschte „Angebote” aus dem Darknet

Die „Beweise” für Waffenverkäufe — Screenshots von Darknet-Marktplätzen — wurden zu prorussischen Telegram-Kanälen zurückverfolgt:

  • Die Anzeigen wurden eigens für Screenshots erstellt
  • Die angegebenen Preise und Spezifikationen entsprachen nicht der Realität
  • Bei Überprüfung stellte sich heraus, dass die „Verkäufer” gefälschte Konten waren

Kontrollsysteme

Westliche Waffen in der Ukraine unterliegen strengen Nachverfolgungsmechanismen:

  • End-use monitoring — die USA verfolgen jede Waffeneinheit über Seriennummern
  • Pentagon-Inspektoren überprüfen regelmäßig Vorhandensein und Verwendung
  • Satellitenüberwachung — große Systeme (HIMARS, Patriot) werden nachverfolgt
  • Die Ukraine hat ein Interesse an Transparenz — jeder Skandal würde die Einstellung der Hilfe riskieren

Die Art der Waffen

Die meisten gelieferten Waffen lassen sich nicht „auf dem Markt verkaufen”:

  • HIMARS — ein 16 Tonnen schweres System, das ausgebildete Besatzungen und Spezialmunition benötigt
  • Patriot — ein Flugabwehrraketensystem, das von Dutzenden Spezialisten betreut wird
  • Leopard 2 / Abrams — Panzer mit über 60 Tonnen Gewicht
  • Javelin — benötigt eine Einweg-CLU (Abschusseinheit) und eine Rakete mit begrenzter Lebensdauer

Das sind keine Pistolen, die man in einen Rucksack stecken kann. Es sind komplexe Waffensysteme, die ausgebildetes Personal, Logistik und Wartung erfordern.

Wer verbreitet es

Quellen des Narrativs:

  • RT, TASS, RIA Nowosti — Kreml-Medien
  • John Mark Dougan — ehemaliger Stellvertreter des Sheriffs in Palm Beach County (Florida), auf der Flucht vor der Justiz, arbeitet für den Kreml aus Moskau
  • Einige Verschwörungswebseiten in den USA und Europa

Fazit

Der Mythos über den „Waffenschwarzmarkt” ist eine geplante Operation mit dem Ziel, die westliche Unterstützung für die Ukraine zu untergraben. Null bestätigte Fälle, gefälschte Anzeigen aus prorussischen Kanälen und die physische Unmöglichkeit, ein HIMARS auf einem Markt zu verkaufen — all das macht das Narrativ für jeden absurd, der fünf Minuten damit verbringt, die Fakten zu prüfen.

Quellen

  1. Global Initiative Against Transnational Organized Crime «Weapons and the War in Ukraine» (2024)
  2. Snopes «No Evidence of Ukrainian Arms Sales to Black Market» (2025)
  3. Spravdi «The black market of Western weapons in Ukraine: refuted fake» (2023)

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